Armenien – Juwel am Ende der Welt

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Es ist der 2. April 2016, 23:45, Internationaler Flughafen Zvartnots bei Yerevan.
Die Boeing 737 der Ukraine International landet sicher auf der Asphaltpiste und dockt an eines der modernen Gates an. Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt und nur 15 Minuten später sitzen wir in einem Taxi in Richtung Innenstadt.

Der Fahrer spricht Armenisch, Russisch und ein paar Brocken Spanisch. Wir fahren vorbei an zahlreichen Wettbüros, fleissigen Strassenputzern, an der Polizeiakademie, der schwer bewachten amerikanischen Botschaft und der berühmten Ararat-Brandymanufaktur. Es ist einiges Los auf den Strassen – Yerevan schläft nie.

Doch dieses Mal soll nicht die Hauptstadt im Fokus stehen sondern das ländliche, traditionelle Armenien und nicht zuletzt die Republik Bergkarabach, ein de facto funktionierender, wenn auch international nicht anerkannter Staat zwischen Armenien und Aserbaidschan und seit hunderten von Jahren Zankapfel der beiden Länder.
Seit Jahren ist die Republik Bergkarabach ein sicheres Pflaster, die Infrastruktur teils besser als in Armenien selbst, nicht zuletzt dank der immensen Unterstützung aus der armenischen Diaspora. Doch im Verlauf des Tages erreichen mich immer mehr Meldungen über Kampfhandlungen an der Waffenstillstandslinie – die schwersten Verletzungen seit über 20 Jahren.

Wir checken in ein internationales Hotel direkt am „Republic Square“ ein und genehmigen uns ein paar Stunden Schlaf, um am nächsten Morgen die Lage neu zu beurteilen. Die Receptionistin ruft die Grenzstelle bei Goris an und teilt uns mit, die Grenze sei für Zivilisten geschlossen. Nur noch Soldaten und (Karabach-)Armenier dürfen ein- und ausreisen.
Wir müssen unsere Reisepläne also umstellen und entschliessen uns für mehrere Tagestouren von Yerevan aus. Darunter eine Rundfahrt an den Sevansee (einen der grössten Hochgebirgsseen der Welt) und zu mehreren Klöstern. Ausserdem eine Besichtigung Etschmiadzins, dem Sitz des Patriarchen der armenischen Kirche und eine Exkursion an die türkische Grenze mit Besichtigung des Klosters „Chor Virap“.
Eine beeindruckende Rundreise zu den natürlichen Schönheiten des Südkaukasus und den herausragenden Beispielen der uralten armenischen Kultur, die sich am besten in Bildern beschreiben lässt:

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Der Sevansee liegt auf 1900m und ist einer der grössten Hochgebirgsseen der Welt

Das Kloster "Sevanavank"

Das Kloster „Sevanavank“

Das Kloster Haghartsin nahe der Stadt Dilijan

Das Kloster Haghartsin nahe der Stadt Dilijan

Der Eingang zum kirchlichen Komplex von Etschmiadzin

Der Eingang zum kirchlichen Komplex von Etschmiadzin

Der biblische Berg "Ararat" vom Kloster "Chor Virap" aus. Unten im Bild ist der türkische Grenzzaun zu sehen.

Der biblische Berg „Ararat“ vom Kloster „Chor Virap“ aus. Unten im Bild ist der türkische Grenzzaun zu sehen.

Der Altar der Klosterkirche von Chor Virap

Der Altar der Klosterkirche von Chor Virap

Doch auch Yerevan hat viel zu bieten. Die moderne, pulsierende Stadt ist das kulturelle und natürlich politische Zentrum des Landes und hat mehr als eine Million Einwohner.

Die Freitreppe "Cascades" mit Blick über die Ganze Stadt

Die Freitreppe „Cascades“ mit Blick über die Ganze Stadt

Die "Blaue Moschee", einzige Moschee des Landes und für die nächsten 100 Jahre an die Islamische Republik Iran verpachtet

Die „Blaue Moschee“, einzige Moschee des Landes und für die nächsten 100 Jahre an die Islamische Republik Iran verpachtet

Traurig, aber teil der Armenischen Geschichte: Der Genozid und das dazugehörige Denkmal

Traurig, aber teil der Armenischen Geschichte: Der Genozid und das dazugehörige Denkmal

Das Bahnhofsgebäude aus Sowjetzeiten

Das Bahnhofsgebäude aus Sowjetzeiten

Und so geht unsere Reise durch diese faszinierende Republik dem Ende zu.
Bergkarabach? Vielleicht nächstes Mal – vorausgesetzt der Irre vom Kaspischen Meer reisst sich zusammen.

Wie hinkommen?

Am günstigsten mit Ukraine International von Berlin, Frankfurt, München und Zürich über Kiew nach Yerevan. Ab ca. 200€.
UIA

Wo übernachten in Yerevan?

Im teuren, aber ausgezeichneten Hyatt Place direkt am Republic Square oder im etwas günstigeren Best Western im Süden des Stadtzentrums, aber dennoch in Laufdistanz zum Zentrum.

Hyatt Place Best Western

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